Sächsische Zeitung
Mittwoch, 27. November 2002

Zwei Röhren führen quer durch Löbtau
Bramschtunnel in Dresden ist fast fertig
Von Thilo Alexe

Nach dreijähriger Bauzeit erhält Dresden eine neue Schlagader. Am Sonnabend wird der Bramschtunnel für den Verkehr freigegeben.

Die beiden rund 660 Meter langen Röhren verknüpfen die Coventry- mit der Fröbelstraße und sollen die Anbindung der Innenstadt an die im Bau befindliche Autobahn nach Prag, die A 17, verbessern. Von dem rund 50 Millionen Euro teuren Bauwerk erhoffen sich die Planer zudem die Entlastung des dicht besiedelten Wohngebietes Löbtau-Nord vom Durchgangsverkehr, wie der Dresdner Bürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU) sagt.

Verbindungsstollen als zusätzlicher Fluchtweg

Die Röhren sind auf einer Breite von je 7,50 Meter zweispurig befahrbar. Um sie auszuheben, mussten rund 200 000 Kubikmeter Sedimentgestein mit Bagger- und Sprengtechnik beseitigt werden. Nach den schweren Tunnelunfällen in Österreich ließ die Stadt noch einen Verbindungsstollen zwischen den Röhren einfügen, um zusätzlichen Fluchtweg zu gewinnen.

„Wir wurden dennoch früher als geplant fertig“, sagt der Leiter des Tiefbauamtes, Reinhard Koettnitz. Ursprünglich sollte ab Herbst erst eine Röhre befahrbar sein. Doch moderne Technik, unerwartet günstige geologische Verhältnisse und die Tatsache, dass die Jahrhundertflut den Tunnel verschonte, verringerten die Baudauer. Die bis zu 15 Meter unter der Erde verlegten Fahrbahnen werden vor allem aus staatlichen Mitteln finanziert. Etwa drei Viertel der Kosten deckt ein Bundes-Programm ab.

Der Bramschtunnel beseitigt einen Engpass in der Nordtangente Dresden-Gorbitz. An seine Eröffnung schließen sich Umbauarbeiten auf der Fröbel- , der Bramsch- und der Weidentalstraße an. Zudem sollen die Einfahrten durch Pflanzen verschönert werden.